Wieder Feuer im alten Butterwerk – Fünfter Brand innerhalb von 18 Monaten
| von Jasper Hentschel
Schleswig – Erneut hat es im leerstehenden Butterwerk an der Schleidörfer Straße in Schleswig gebrannt. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz.
In der Nacht zum Dienstag rückte die Schleswiger Feuerwehr erneut zum alten Butterwerk im Stadtteil St. Jürgen aus. Auf dem seit Jahren brachliegenden Industriegelände kam es bereits zum fünften Brand innerhalb von eineinhalb Jahren.
Kurz nach 2 Uhr in der Nacht bemerkte ein Zeuge starke Rauchentwicklung aus einem der Hallengebäude an der Schleidörfer Straße und alarmierte die Feuerwehr. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte drang dichter Qualm aus zwei Hallen des ehemaligen Butterwerks, die teilweise mit Unrat gefüllt waren. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz gingen mit Strahlrohren in die Gebäude vor, um den Brandherd zu bekämpfen.
Da sich das Feuer über längere Zeit unbemerkt ausgebreitet hatte, standen schließlich beide Hallen in Flammen. Die Hitze war bis in eine Zwischendecke gezogen, die von der Feuerwehr aufgerissen werden musste, um Glutnester freizulegen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Auch von außen kam die Drehleiter zum Einsatz, um das Dach zu öffnen und die Brandbekämpfung von oben zu unterstützen.
Eine geplatzte Wasserleitung im Inneren der Halle erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich. Die Stadtwerke Schleswig mussten anrücken, um die Wasserversorgung zu den betroffenen Gebäuden abzustellen. Zudem behinderten große Mengen Gerümpel und Müll die Einsatzkräfte und stellten eine erhebliche Stolpergefahr dar.
Nach rund drei Stunden intensiver Arbeit war der Brand schließlich unter Kontrolle. Gegen 5.30 Uhr konnten die letzten Kräfte der Feuerwehr abrücken. Die Polizei war ebenfalls mit einem Streifenwagen vor Ort und nahm im Umfeld die Fahndung nach möglichen Tatverdächtigen auf – bisher ohne Ergebnis.
Das rund 25.000 Quadratmeter große Gelände des ehemaligen Butterwerks steht seit 2014 leer und ist nur unzureichend gesichert. Trotz Abrissarbeiten im Sommer und wiederholter Warnungen zieht das Areal immer wieder Neugierige und sogenannte „Lost-Place“-Besucher an. Die Einsatzkräfte gehen auch diesmal von Brandstiftung aus. Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen.
