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Arbeitsmarkt im Norden zieht im Mai weiter an
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg hat sich die Frühjahrsbelebung im Mai fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum April spürbar, zugleich meldeten die Unternehmen mehr neue Stellen. Vor allem saisonabhängige Branchen sorgten für zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Unterschiede zeigen sich jedoch weiter zwischen den einzelnen Regionen.
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Flensburg ist im Mai 2026 auf 14.985 Menschen gesunken. Das waren 438 Personen weniger als im April und 318 weniger als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,8 Prozent und damit 0,2 Punkte unter dem Wert des Vormonats. Vor einem Jahr hatte sie 5,9 Prozent betragen.
Der Chef der Arbeitsagentur Flensburg, Karsten Bunk, sieht darin ein Zeichen für die anhaltende Frühjahrsbelebung. Diese mache sich inzwischen in allen Teilen des Bezirks bemerkbar. Vor allem saisonabhängige Betriebe hätten ihren Personalbedarf erhöht und zusätzliche Jobs geschaffen.
Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur nach dem Sozialgesetzbuch III. Dort waren 5.598 Menschen gemeldet, 356 weniger als im April. In den Jobcentern, also im Bereich des Bürgergelds, wurden 9.387 Arbeitslose betreut. Das waren 82 weniger als im Vormonat. Damit entfielen 63 Prozent aller Arbeitslosen im Bezirk auf die Grundsicherung.
Auch auf dem Stellenmarkt zeigte sich im Mai Bewegung. 854 neue Arbeitsstellen wurden gemeldet, 93 mehr als im April und 160 mehr als vor einem Jahr. Besonders viele freie Stellen gibt es derzeit in der öffentlichen Verwaltung, in der Sozialversicherung, bei wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Baugewerbe. Insgesamt waren bei der Arbeitsagentur zuletzt 3.841 freie Stellen registriert.
Ein Blick auf die Beschäftigungsentwicklung zeigt dagegen ein weitgehend stabiles Bild. Ende September 2025, dem jüngsten Stichtag der Beschäftigungsstatistik, waren im Bezirk 175.296 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresquartal blieb die Zahl nahezu unverändert. Zuwächse gab es vor allem in Heimen und im Sozialwesen, während die Energieversorgung den deutlichsten Rückgang verzeichnete.
In der Stadt Flensburg waren im Mai 4.576 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 55 weniger als im April und 164 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,4 Prozent. Im Jobcenter Flensburg wurden 2.896 arbeitslose Bürgergeldempfänger betreut, leicht weniger als im Vormonat. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften lag bei 5.491 und erreichte damit den niedrigsten Mai-Wert seit Bestehen des Jobcenters.
Im Kreis Nordfriesland ging die Zahl der Arbeitslosen auf 4.367 zurück. Das waren 205 weniger als im April, allerdings 83 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent. Im Kreis Schleswig-Flensburg sank die Zahl der Arbeitslosen auf 6.042. Das waren 178 weniger als im April und 237 weniger als vor einem Jahr. Die Quote fiel dort auf 5,4 Prozent.
Auch in den Geschäftsstellen zeigte sich überwiegend ein rückläufiger Trend. Besonders deutlich fiel das Minus in Niebüll, Schleswig und Kappeln aus. In Westerland blieb die Arbeitslosenquote mit 2,4 Prozent weiterhin vergleichsweise niedrig, während Schleswig mit 6,5 Prozent den höchsten Wert unter den genannten Geschäftsstellen verzeichnete. Gleichzeitig stieg in mehreren Regionen der Bestand an offenen Stellen, besonders stark in Niebüll.
Am Ausbildungsmarkt ist die Lage gemischt. Bis Mai meldeten sich im Bezirk 2.079 Jugendliche als Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium, 36 mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gingen die gemeldeten Ausbildungs- und dualen Studienplätze um fünf Prozent auf 2.282 zurück. Rechnerisch kamen damit auf 100 Stellen 91 Bewerber. Noch unbesetzt waren 1.229 Ausbildungsplätze. Besonders gesucht werden Nachwuchskräfte im Einzelhandel, im Verkauf, in der Mechatronik, in der Lagerlogistik und im Büromanagement.
Karsten Bunk appellierte an die Unternehmen, ihre Ausbildungsstellen frühzeitig zu melden. Das sei wichtig, damit Jugendliche und Betriebe besser zusammenfänden und der Ausbildungsmarkt in der Region transparent bleibe.