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Flensburger Jugendfeuerwehr Jürgensby vertieft Freundschaften in Finnland

 |  von Thomsen / Foerde.news

Nächstest Jahr kommen die Finnen nach Flensburg - Fotos. Jugendfeuerwehr Jürgensby

Flensburg/Masku. – 24 Jugendliche und fünf Betreuer der Jugendfeuerwehr Flensburg-Jürgensby haben am internationalen Rescue Camp Häly 2026 im finnischen Masku teilgenommen. Neben feuerwehrtechnischer Ausbildung prägten internationale Begegnungen, neue Freundschaften und der Ausbau der Partnerschaft mit der Feuerwehr Kiukaisten VPK die Reise.

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Eine riesige Zeltstadt entstandt

Eine Woche voller neuer Erfahrungen, anspruchsvoller Übungen und internationaler Begegnungen liegt hinter der Jugendfeuerwehr Flensburg-Jürgensby. Mit 24 Jugendlichen und fünf Betreuern reiste die Gruppe zum Rescue Camp Häly 2026 in die finnische Gemeinde Masku. Veranstaltet wurde das internationale Zeltlager vom finnischen Feuerwehrverband.

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Gemeinsam mit Mitgliedern der befreundeten Feuerwehr Kiukaisten VPK bezogen die Flensburger das Campgelände. Zwischen beiden Feuerwehren besteht inzwischen eine enge Verbindung, die in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt gewachsen ist.

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Eigene Zelte für die Unterbringung

Für die Unterbringung während des Camps hatte die Jugendfeuerwehr im Vorfeld zwei eigene Mannschaftszelte angeschafft. Beide Zelte sind jeweils acht Meter lang und sechs Meter breit. Eines bietet Platz für 14 Personen, das zweite für zehn Personen. Einige Jungen waren zudem gemeinsam mit Jugendlichen der finnischen Partnerfeuerwehr untergebracht.

Die Anschaffung der Zelte kostete insgesamt rund 8.000 Euro. Öffentliche Fördergelder standen dafür nicht zur Verfügung. Finanziert wurden die Schlafmöglichkeiten ausschließlich durch Sponsoren und Unterstützer.

Zu den Geldgebern gehörten der Selbsthilfe-Bauverein Flensburg, die Nord-Ostsee Sparkasse, die Spendenplattform Betterplace.org, die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt, der Lions Club sowie Jan Christian Boe (Veranstaltungstechnik aus Husum "NF Pro Audio") und Stefan Lauer. Hinzu kam ein Unternehmen, das namentlich nicht genannt werden möchte.

Die Zelte sollen nicht nur bei internationalen Begegnungen, sondern auch bei künftigen Lagern und Jugendfahrten zum Einsatz kommen.

Partnerschaft wächst seit 2022

Der erste intensive Kontakt zwischen den Feuerwehren entstand 2022 beim internationalen Rescue Camp „Eldis 22“ in Helsinki. Ein Jahr später besuchten die finnischen Feuerwehrkameraden die Flensburger Jugendfeuerwehr.

Im Sommer 2024 reiste die Jugendfeuerwehr Flensburg-Jürgensby nach Kiukainen. Im Herbst desselben Jahres folgte eine weitere Delegation mit Vertretern des Fördervereins, der Jugendfeuerwehr und des Vorstandes. Während eines Fachkräfteaustausches in Finnland wurde vereinbart, die Verbindung künftig nicht nur auf die Jugendarbeit zu beschränken. Auch die Einsatzabteilungen beider Feuerwehren sollen enger zusammenarbeiten.


Feiern durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen

Für das kommende Jahr ist ein Gegenbesuch in Flensburg geplant. Dann sollen sowohl die Jugendfeuerwehr als auch die Einsatzabteilung aus Kiukainen anreisen. Ziel ist es, die Partnerschaft gemeinsam mit dem Bürgermeister offiziell zu besiegeln.

Dieser Schritt war bereits im vergangenen Jahr vorgesehen. Die finnische Feuerwehr musste den Besuch jedoch verschieben, weil kurzfristig ein Löschfahrzeug ersetzt werden musste. Die Finanzierung von Fahrzeugen und Ausrüstung ist in Finnland anders organisiert als in Deutschland und stellte die Partnerfeuerwehr vor eine besondere finanzielle Herausforderung.

Ausbildung verlangt Teamarbeit und Vertrauen

Während der Campwoche absolvierten die Jugendlichen ein vielseitiges Ausbildungsprogramm. Auf dem Plan standen unter anderem Brandbekämpfung, Erste Hilfe, Orientierung, Waldrettung und verschiedene Teamaufgaben. Die Übungen verlangten nicht nur feuerwehrtechnisches Können, sondern auch Kommunikation, Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen.

Für die zwölfjährige Emelie gehörte vor allem der Kletterparcours zu den Höhepunkten der Reise. Dort waren Mut, Geschicklichkeit und gegenseitige Unterstützung gefragt. „Der Kletterparcours war ein ganz besonderes Highlight und hat sehr viel Spaß gemacht“, berichtet sie.

Auch der 17-jährige Jonas zieht ein positives Fazit. Die Teilnahme am internationalen Zeltlager sei für die gesamte Jugendfeuerwehr eine rundum gelungene Woche gewesen. Besonders das gemeinsame Campleben habe den Zusammenhalt der Gruppe noch einmal gestärkt.

Ein Höhepunkt war für ihn das tägliche Kursprogramm, bei dem Jugendliche aus Finnland und anderen Ländern in gemischten Gruppen zusammenarbeiteten. Jonas nahm an einem CTIF-Kurs teil und lernte dabei eine für ihn neue Form des internationalen Feuerwehrwettbewerbs kennen.

„Obwohl wir uns vorher nicht kannten und aus unterschiedlichen Ländern kamen, hat die Kommunikation und das Training innerhalb unserer Gruppe auf Anhieb sehr gut funktioniert“, sagt Jonas. Auch wenn der Informationsfluss der Camp-Organisation gelegentlich verbesserungsfähig gewesen sei, habe dies den positiven Gesamteindruck nicht getrübt.

Neue Freundschaften trotz unterschiedlicher Sprachen

Der internationale Austausch spielte während der gesamten Woche eine zentrale Rolle. Die Jugendlichen lernten gemeinsam, absolvierten Übungen und verbrachten ihre Freizeit miteinander. Sprachliche Unterschiede rückten dabei schnell in den Hintergrund.

Für die 13-jährige Doro war besonders die Begegnung mit Jugendlichen aus anderen Ländern eine wichtige Erfahrung. „Ich habe internationale Freundschaften geschlossen und festgestellt, dass Teamarbeit auch über Sprachgrenzen hinweg funktioniert“, sagt sie.

Gerade bei den Übungen zeigte sich, dass Verständigung nicht ausschließlich über gemeinsame Sprachkenntnisse erfolgen muss. Viele Aufgaben ließen sich durch gegenseitige Unterstützung, praktische Zusammenarbeit und Vertrauen bewältigen.

Ausflug nach Turku und gemeinsames Campleben

Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung blieb Zeit für Sport, Spiele und gemeinsame Abende. Auch ein Ausflug in die historische Stadt Turku gehörte zum Programm. Die gemeinsamen Erlebnisse stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Flensburger Gruppe und förderten zugleich den Austausch mit den anderen Teilnehmern.

Der zwölfjährige Linus beschreibt die Woche als fordernd, aber besonders abwechslungsreich. „Es war anstrengend, aber schön. Es hat mega Spaß gemacht. Man hat viele neue Dinge und Menschen kennengelernt“, sagt er.

Für viele Jugendliche war es die erste Gelegenheit, über einen längeren Zeitraum an einem internationalen Feuerwehrcamp teilzunehmen. Neben neuen fachlichen Kenntnissen sammelten sie dabei Erfahrungen im selbstständigen Campalltag und im Zusammenleben mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern.

Gegenbesuch soll Partnerschaft weiter festigen

Jugendfeuerwehrwart Markus Peters sieht in der Reise weit mehr als eine Ausbildungsfahrt. „Was ursprünglich als notwendige Partnerschaft begann, um vor vier Jahren an dem Camp teilnehmen zu können, ist heute eine echte Freundschaft“, sagt er. Die Jugendlichen hätten erlebt, dass Teamgeist und Kameradschaft keine Sprachgrenzen kennen.

Die Woche in Finnland vermittelte den Teilnehmern nicht nur neues feuerwehrtechnisches Wissen. Sie förderte zugleich Eigenverantwortung, Zusammenhalt und interkulturelles Verständnis.

Mit dem geplanten Gegenbesuch im kommenden Jahr soll die Zusammenarbeit auf eine noch breitere Grundlage gestellt werden. Neben den Jugendfeuerwehren sollen künftig auch die Einsatzabteilungen stärker einbezogen werden. Gemeinsam mit dem Bürgermeister soll die Partnerschaft dann offiziell besiegelt werden.

Rescue Camp Häly 2026 in Kürze

Am Camp nahmen 24 Jugendliche und fünf Betreuer aus Flensburg-Jürgensby teil. Zum Programm gehörten feuerwehrtechnische Ausbildung, Teamaufgaben, internationale Begegnungen sowie ein Besuch der Stadt Turku. Partner der Flensburger Jugendfeuerwehr war die Feuerwehr Kiukaisten VPK.