Hier kannst du die Förde.news App herunterladen:
Download im App Store   Jetzt bei Google Play

Trotz Tankrabatt: Dieselpreis steigt in Flensburg binnen Stunden um fast 30 Cent

 |  von Thomsen / Foerde.news

Vor den Tankstellen gab es viele wartende Kunden - Fotos: Thomsen

Flensburg – Erst der Preissturz, dann der Ansturm und schließlich der nächste Preissprung: Am Donnerstagmorgen fiel der Dieselpreis in Flensburg zeitweise auf rund 2,06 Euro je Liter. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Doch die Freude hielt nicht lange an. Gegen 14:00 Uhr kostete der Liter Diesel bereits wieder rund 2,36 Euro – innerhalb weniger Stunden ein Anstieg von fast 30 Cent.

- Anzeige -

Wer am Donnerstagmorgen, 1. Oktober, in Flensburg zur richtigen Zeit an die Zapfsäule fuhr, konnte deutlich günstiger tanken als noch am Vortag. Seit 00:00 Uhr gilt bundesweit die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Die Steuer wird bis zum 31. Dezember um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich des geringeren Umsatzsteueranteils ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter.

- Anzeige -

In Flensburg gingen die Preise am frühen Morgen zunächst kräftig nach unten. Diesel war zeitweise für rund 2,07 Euro je Liter zu bekommen. Gegenüber den hohen Preisen der vergangenen Tage bedeutete das an einzelnen Tankstellen einen Rückgang von mehr als 30 Cent und je nach Vergleichszeitpunkt teilweise annähernd 40 Cent.

- Anzeige -

Die Nachricht von den günstigeren Preisen machte offenbar schnell die Runde. An mehreren Tankstellen herrschte am Vormittag ungewöhnlich großer Andrang.

Besonders deutlich zeigte sich das an einer Tankstelle in der Husumer Straße. Nach Beobachtungen vor Ort warteten zeitweise rund 30 Fahrzeuge bereits auf der Straße, bevor sie überhaupt auf das Tankstellengelände fahren konnten. Die Schlange zog sich entsprechend weit zurück.

Dabei blieb es nicht überall ruhig. Fahrzeuge, die aus Richtung Innenstadt kamen, versuchten teilweise, sich vor den bereits wartenden Autos auf das Tankstellengelände zu drängeln. Das sorgte bei den Fahrern in der Warteschlange für deutlichen Unmut – und zeitweise für ein regelrechtes Hupkonzert.

Bei einigen Autofahrern war der Tankstopp offenbar dringend nötig. Mehrere Fahrzeuge waren bereits auf Reserve unterwegs, bei einzelnen Wagen hatte die Tankwarnung schon angeschlagen. Trotz der langen Warteschlange nahmen viele Fahrer die Verzögerung in Kauf, um noch zu den niedrigen Vormittagspreisen vollzutanken.

Auch ein Fahrzeug der Bundespolizei wurde an einer Flensburger Tankstelle beim Tanken beobachtet. Auf Nachfrage erklärten die Beamten vor Ort, dass der Tank zu diesem Zeitpunkt noch etwa halb bis dreiviertel voll gewesen sei. Dennoch habe man die günstige Gelegenheit zum Nachtanken genutzt. Schließlich werde der Kraftstoff aus öffentlichen Mitteln bezahlt, erklärten die Beamten sinngemäß.

Die günstigen Preise hielten jedoch nicht lange.

Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal täglich erhöhen – um 12:00 Uhr. Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit möglich. Die Bundesregierung begründet die Regel mit mehr Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit für Autofahrer.

Und genau um die Mittagszeit änderte sich auch in Flensburg das Bild deutlich.

Während der Liter Diesel am Vormittag noch für rund 2,07 Euro zu bekommen war, lag der Preis laut Clever Tanken gegen 14:00 Uhr bereits wieder bei rund 2,36 Euro. Innerhalb weniger Stunden verteuerte sich Diesel damit um etwa 29 Cent je Liter.

Wer einen 50-Liter-Tank füllte, musste gegenüber dem günstigen Vormittagspreis damit bereits wieder rund 14,50 Euro mehr bezahlen.

Besonders auffällig ist der Vergleich mit dem Vortag. Am 30. September lagen die Dieselpreise in Flensburg bereits in einer ähnlichen Größenordnung. Damit war von der angekündigten staatlichen Entlastung am Donnerstagnachmittag beim Blick auf die Preistafel kaum noch etwas zu erkennen.

Allerdings lässt sich daraus nicht automatisch schließen, dass die Mineralölunternehmen die Steuerentlastung vollständig einbehalten haben. Der Endpreis an der Tankstelle hängt neben der Steuer unter anderem von den Großhandelspreisen, den Beschaffungskosten und der jeweiligen Preisgestaltung der Mineralölunternehmen ab. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums orientieren sich die Tankstellenpreise grundsätzlich auch an den Großhandelspreisen am Rotterdamer Kraftstoffmarkt.

Für die Autofahrer zählt am Ende dennoch vor allem eine Zahl: der Preis auf der Zapfsäule.

Und der zeigte in Flensburg am ersten Tag des Tankrabatts eine bemerkenswerte Entwicklung. Am Morgen sorgten Preise um 2,07 Euro noch für lange Schlangen, rund 30 wartende Fahrzeuge in der Husumer Straße und teilweise sogar ein Hupkonzert. Nur wenige Stunden später lag Diesel mit rund 2,36 Euro bereits wieder fast 30 Cent höher.

Wer früh dran war, konnte kräftig sparen. Wer erst am Nachmittag tankte, sah vom großen Preissturz des Morgens kaum noch etwas.